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Gold wert

Die teure Handy-Flatrate, ein eigenes Auto auf Raten und eine Jahresmitgliedschaft im angesagten Fitnessstudio – junge Menschen konsumieren oft mehr, als sie sich leisten können. Mit dem für Schulen entwickelten Spiel „fit for finance“ möchten Mitglieder der Studenteninitiative „Enactus“ der Verschuldung von Jugendlichen entgegenwirken. Haniel fördert die Organisation seit 2009.

Soll ich mir die Lederjacke kaufen oder das Geld für eine Reise sparen? Kann ich mir die Wohnung leisten oder sollte ich besser ein WG-Zimmer mieten? Was kostet wieviel und welche Leistung bekomme ich dafür? Diese Fragen stellen sich die Spieler von fit for finance und treffen möglichst durchdachte Entscheidungen. Sie durchlaufen drei Phasen: Schule, Ausbildung und Beruf. Das Spiel sensibilisiert die Jugendlichen für einen vorsichtigen und durchdachten Umgang mit ihrem Geld. Sie werden etwa daran erinnert, Verträge rechtzeitig zu kündigen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden, die bei automatischer Vertragsverlängerung entstehen. Auch sollen sie das Kleingedruckte lesen, weil ein Angebot oft attraktiver scheint, als es tatsächlich ist. „Diese Tipps sind für die meisten Erwachsenen selbstverständlich, aber für Jugendliche sehr wertvoll“, sagt Sebastian Artz, Gründer von fit for finance. „In den Schulen werden die absoluten Grundlagen nämlich nicht vermittelt. Mit fit for finance wollen wir das ändern!“

Mit Rat und Tat
Entstanden ist die Idee 2013 im Enactus-Team der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seitdem haben engagierte Studenten sie stetig weiterentwickelt. Wenn sie Unterstützung bei der Umsetzung ihrer Projekte brauchten, konnten sich die Enactus-Mitglieder jederzeit an Haniel wenden. „Wir arbeiten mit den Studenten an Ideen, geben Tipps und Feedback und begleiten sie in jeder Projektphase. Bei Bedarf stellen wir beispielsweise Räume in der Haniel Akademie für Workshops zur Verfügung oder unterstützen das Team bei der Vorbereitung auf Wettbewerbe, wie dem Enactus National Cup“, erklärt Lisa Giesing, CR-Expertin bei Haniel. Gemeinsam mit Personaldirektor Peter Sticksel steht sie den Studenten von Enactus als Business Advisor zur Seite. Diese Unterstützung ist für die Projektteams essentiell: „Der Rat von Externen mit Berufserfahrung hilft ungemein weiter und eröffnet neue Blickwinkel“, sagt Artz. „Neben konstruktiver Kritik hatten Peter Sticksel und Lisa Giesing immer hilfreiche Verbesserungsvorschläge parat und konnten uns somit enorm weiterhelfen. Wichtig ist, dass ein kontinuierlicher gegenseitiger Kontakt besteht.“

Nachhaltigkeit als Managementaufgabe
Mit der Unterstützung von einzelnen Privatpersonen ist es dem Team von fit for finance gelungen, ihr Projekt geschäftsfähig zu machen: Die Studenten haben bisher 50 Spiele an Schulen in Deutschland vertrieben. Längst sind auch die Medien auf das junge Geschäftsmodell aufmerksam geworden: Der WDR berichtete über fit for finance und auch das ZEIT-Geld-Magazin veröffentlichte kürzlich einen Beitrag.
Genau das ist das Ziel der Studenteninitiative Enactus: gemeinnützige Projekte geschäftsfähig zu machen und so zu vermarkten, dass sie sich am Ende selbst tragen können – der Gedanke von Entrepreneurship. „Der Ansatz, dass sich Studenten im Rahmen ihrer Projekte mit sozialer Verantwortung auseinandersetzen und gleichzeitig ein von Nachhaltigkeit geprägtes Geschäftsmodell implementieren sollen, deckt sich in hohem Maße mit Haniels Bestreben, die Ausbildung in diesem Sinne zu fördern“, sagt Peter Sticksel. Auch Jutta Stolle, Direktorin Gesellschafter + Nachhaltigkeit, hält an der Förderung der Organisation fest: „Das Engagement der Teams begeistert mich – es entstehen so viele Projekte, die einen nachhaltig sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen bringen. Die Unterstützung dieser Initiative bleibt ein wichtiger Baustein unseres gesellschaftlichen Engagements.“