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„Nachhaltigkeit ist kein Luxusthema“

Autor: Sonja Hausmanns |
Foto: Bettina Engel-Albustin
Wie lässt sich mit nachhaltigen Geschäftsmodellen gutes Geld verdienen? Mit dieser Frage beschäftigten sich bei der Führungskräftetagung am 16. und 17. September die Top-Manager der Haniel-Gruppe.

„Nachhaltigkeit ist kein Luxusthema, sondern es ist unsere unternehmerische Pflicht, uns damit auseinanderzusetzen“, stellte Haniel-Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. Da Mitarbeiter, Kunden, Investoren und die Politik immer höhere Anforderungen an Unternehmen stellten, sei Nachhaltigkeit zum wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden. Diese Aussage unterstützten auch die weiteren Redner des ersten Konferenztages: Dr. Leonhard Birnbaum, Vorstandsmitglied beim Energieriesen E.ON und Professor Rolf Nonnenmacher, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. In einer gemeinsamen Gesprächsrunde – moderiert von FAZ-Redakteur Carsten Knop, der durch die gesamte Veranstaltung führte – war man sich einig: Unternehmen stellen ihre Verantwortung nicht unter Beweis, indem sie einen CR-Bericht veröffentlichen. Stattdessen gehe es darum, Nachhaltigkeit in allen Geschäftsprozessen fest zu verankern. Wie das funktionieren kann, erfuhren die rund 140 Teilnehmer am zweiten Tag: In parallelen Foren stellten elf Unternehmen und Institutionen vor, wie sie unternehmerische Verantwortung in der Praxis leben. So präsentierte beispielsweise BMW das neue Elektroauto i3 – und bei einer Probefahrt konnten die Haniel-Führungskräfte live erleben, dass sich Umweltschutz und Fahrspaß gut miteinander verbinden lassen.

Überflüssige Manager

Gut besucht war auch der Vortrag von Michael Müller, Geschäftsführer beim Technologieunternehmen Wittenstein. Er stellte das Konzept der urbanen Produktion vor, das derzeit nahe Stuttgart erprobt wird: Um für die Mitarbeiter gut erreichbar zu sein, hat das Unternehmen seine neue Fabrik unmittelbar neben ein Wohngebiet gebaut. Trotz der vielen Auflagen und den dadurch entstandenen Kosten rechnet sich der Standort für Wittenstein: Die Profitabilität hat enorm zugenommen – nicht nur, weil das Gebäudekonzept komplett auf effiziente Prozesse ausgelegt ist. Vielmehr haben die Führungskräfte die Verantwortung so weit wie möglich auf ihre Mitarbeiter übertragen. „Mein Ziel als Manager ist es, mich selbst überflüssig zu machen“, betonte Müller. Hier – wie bei der gesamten Group Conference – wurde deutlich: Nachhaltigkeit braucht ein Unternehmertum 3.0, wie es Stephan Gemkow formulierte. Er ist sich sicher: „Nachhaltigkeit ist eine unternehmerisch höchst anspruchsvolle Aufgabe!“ Er beließ es jedoch nicht bei der bloßen Aufforderung, sich dieser Aufgabe zu stellen, sondern kündigte an: Um Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit sicherzustellen, werden ab sofort zwischen Holding und Geschäftsbereichen verbindliche Ziele vereinbart.

Videos zur Führungskräftetagung der Haniel Group 2013:

Planet & People – The Way to Profit?: Die Führungskräftetagung 2013

 

Stephan Gemkow über Nachhaltigkeit

 

Eindrücke, Impressionen und Mitarbeiter-Statements