Alter

Krampf der Generationen

Foto: Jakob Hinrichs (Illustrationen)
Gemütlich geht anders: Die wichtigsten Arenen im Kampf Jung gegen Alt. Junior und Senior werden sich in den kommenden Jahrzehnten schön streiten. Sieben Szenen, sieben Konflikte.

1. Langsam: Es ist genug für alle da

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So lange es den Kampf zwischen Jung und Alt um die Arbeitsplätze auch schon gibt, so unnötig wird er in Zukunft sein. Denn die wenigen Jungen, die noch nachrücken, werden ja eigentlich dringend benötigt. Doch auch die Alten wollen (und müssen) länger arbeiten und haben Angst um ihre Privilegien. Für weniger Konfliktpotenzial sorgt einzig diese Nachricht: Wegen des demografischen Wandels wird es vermutlich für alle genügend Jobs geben!

Konfliktpotenzial: 1 von 5

2. Darauf einen Seniorenteller?

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Beim Konsum ist es eigentlich leicht: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Aber wer ist zahlungskräftiger? Zwar haben viele Alte das Geld, sie ärgern sich jedoch, stereotyp auf Seniorenangebote festgelegt zu werden. Dagegen machen sich viele Jüngere Sorgen, dass sie bald nur noch zwischen diversen Seniorenprodukten wählen können, da sich der Handel nach der Nachfrage richtet.

Konfliktpotenzial: 2 von 5

3. Die Rente ist sicher, kicher, kicher

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Die Rechnung geht nicht mehr auf: Bei der Rente fühlen sich beide Seiten ungerecht behandelt. Die einen, die jahrzehntelang eingezahlt haben und nun um ihre Ansprüche bangen. Und auch die Jungen, da sie zwar mit ihren Beiträgen eine Rentnergeneration finanzieren, aber nicht die leiseste Hoffnung darauf haben dürfen, selber später eine halbwegs angemessene Rente zu erhalten.

Konfliktpotenzial: 5 von 5

4. Proseminar II: Darwinismus

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In unserer Wissensökonomie ist Bildung die Schlüsselqualifikation. Daher ist es kein Wunder, dass es an den Universitäten zu Verteilungskämpfen zwischen bildungsabhängigen Studenten und wissbegierigen Senioren kommen wird, die das Mantra vom lebenslangen Lernen beherzigen – und den Jungen häufig einen entscheidenden Schritt voraus sind.

Konfliktpotenzial: 4 von 5

5. Bisher ist es doch noch gutgegangen

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Wohlstand wurde im Kapitalismus stets auf Wachstum gebaut – auch wenn Raubbau an Ressourcen getrieben wurde. Erstmals bröckelt aber das blinde Einverständnis zwischen den Generationen: Denn wie soll man Wohlstand genießen, wenn die Welt untergeht? Den Alten fällt es jedoch schwer, ihr Weltbild zu verändern.

Konfliktpotenzial: 5 von 5

6. Heulerstation

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In einer alternden Gesellschaft werden die Kosten für die Pflege exponentiell steigen, weswegen die Jungen fürchten, dass die Gesundheitssysteme dann kollabieren werden. Ihre Rache: Der Pflegeroboter Paro soll in Form einer Robbe Demenzkranken so etwas wie sozialen Kontakt ermöglichen und Zuneigung schenken. Denn dafür haben die Jungen, die in der Pflege arbeiten, keine Zeit.

Konfliktpotenzial: 4 von 5

7. Hecken schützen!

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Was Immobilien betrifft, gibt es zwei Entwicklungen: Die Jungen verlassen die ländlichen Regionen, wo die Alten auf sich gestellt zurückbleiben. In den Städten hingegen kommen die Jungen gar nicht erst an. Durch die relativ lange wirtschaftliche Boomphase konnten die Alten bauen und kaufen und die Immobilienpreise so in die Höhe treiben, dass die Jungen schlechte Chancen bei Vermietern und Maklern haben.

Konfliktpotenzial: 4 von 5