Anstand

Family Equity

Zugegeben: Es gibt Unternehmen, die sich leichter erschließen als Haniel. Um Ein­steigern den Einblick und Fortgeschrittenen den Überblick zu erleichtern, erklären wir in unserer neuen Rubrik, was Haniel ausmacht. Folge 1: Was ist Family Equity?

Bei Haniel kommen zwei Bereiche zusammen, die auf den ersten Blick nicht so recht zu­ein­anderpassen: die Werteorientierung eines Familienunternehmens mit einer über 260-jährigen Geschichte und die Professionalität des Private-Equity-Business. Geschäftsmodell von Haniel ist es, Unternehmen zu kaufen und wieder zu verkaufen – allerdings mit einem sehr viel langfristige­ren Horizont als andere Investoren. Es zählen weniger die kurzfristigen Chancen, mit denen sich schnell der Gewinn steigern lässt, sondern mehr die Möglichkeiten, mit denen sich der Wert und die Werte eines Unternehmens über Jahre entwickeln können. Ist Haniel für ein Investment nicht mehr der beste Eigentümer, verkauft das Unternehmen es weiter und schafft so Spielraum für neues Wachstum. Dabei agiert Haniel nach dem Wertekanon eines Familienunternehmens: nachhaltig, langfristig und zukunftsorientiert. Im Fokus unseres Interesses stehen Mittelständler, die einen Beitrag zur Diversifikation unseres Portfolios leisten und mit denen ein angemessener Wertbeitrag generiert werden kann.

 


Sechs Facetten, die Family Equity erklären

1. Familienunternehmen

Haniel ist seit jeher in Familienhand – die Gesellschafter sind mittlerweile auf rund 680 Mitglieder angewachsen. Das operative Geschäft wird seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von externen Managern geführt.

2. 260-jährige Geschichte

Unternehmerisches Denken prägt das Handeln bei Haniel seit 260 Jahren. Das Unternehmen hat viele Krisen erlebt – und überlebt. Dies hat das langfristige Interesse bei den Investitionen entscheidend geprägt und zu einer gewissen Resilienz gegenüber kurzfristigen Trends geführt. Dabei hat sich Haniel auch immer wieder gewandelt und an die wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst, indem Bereiche verkauft wurden.

3. Geschäftsmodell

Haniel besitzt ein stark diversifiziertes Portfolio. Zu den Geschäftsbereichen zählen: Bekaert Textiles (Matratzenbezugsstoffe), CWS-boco (Waschraumhygiene und Berufskleidung) und ELG (Recycling von Edelstahl und Superlegierungen), TAKKT (B2B-Versandhandel für Geschäftsausstattung). Hinzu kommt die Finanz­beteiligung METRO GROUP.

4. Horizont

Die Geschäftsführer der einzelnen Unternehmensbereiche sind relativ frei im operativen Tagesgeschäft, die Strategie wird mit Haniel abgestimmt. Sie nutzen aber auch die Vorteile einer großen Investmentgesellschaft wie Haniel, die neben besseren Bedingungen bei der Personalentwicklung und Strategie auch einen schnelleren und effizienteren Zugang zu neuen Märkten und Kapital bietet.

5. Wert und die Werte

Der Wertekosmos, der sich aus der Unternehmensgründung durch den ehrbaren Kaufmann Franz Haniel ergeben hat, prägt die gesamte Geschäftstätigkeit von Haniel. Investiert wird ausschließlich in Unternehmen, die dazu beitragen, finanziellen Wert zu steigern – aber auch gesellschaftliche Werte zu stärken. Geschäftsmodelle, die dies nicht ermöglichen, scheiden ebenso aus wie Unternehmen, an denen nur eine kleine Beteiligung möglich ist: Hier wäre die Gefahr zu groß, den Kurs des Unternehmens nicht mehr entscheidend beeinflussen zu können.

6. Fokus unseres Interesses

Der jüngste Zuwachs im Portfolio bei Haniel ist der Matratzenbezugshersteller Bekaert Textiles aus Belgien. Ein vermeintlich unscheinbares Unternehmen, dessen Geschäftsmodell sich aber an mehreren Megatrends orientiert und großes Potenzial auf internationalen Märkten besitzt.