Anstand

Na logo!

Autor: David Mayer |
Foto: Zsuzsanna Ilijin
Faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen, umweltschonende Technik: Wie anständig Unternehmen handeln, belegen sie unter anderem mit Zertifikaten. Aber was genau verbirgt sich hinter den Symbolen?

Ob blaue Engel, grüne Bäume oder Buchstabenkürzel: Wer sich heute für ein Produkt oder eine Dienstleistung interessiert, stößt früher oder später auf Symbole wie diese. Gemeint sind die Logos der verschiedenen Nachhaltigkeitszertifikate, die belegen sollen, dass der Anbieter Mensch und Umwelt achtet. Dass also die Baumwolle für ein T-Shirt nicht von ausgebeuteten Kindern gepflückt wurde oder dass keine gentechnisch veränderten Saaten zum Einsatz kamen. Mit anderen Worten: Die Logos sollen dem Kunden ein gutes Gewissen ermöglichen. So einfach ist das. Und so kompliziert.


Der lange Weg von der guten Idee zum Gütesiegel

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KAISER + KRAFT lädt seine Lieferanten zur Registrierung auf der EcoVadis-Online-plattform ein. In einem …

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… ersten digitalen Fragebogen macht der Lieferant grundsätzliche Angaben zu seinem Unternehmen. Auf dieser Basis …

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… erstellt EcoVadis einen individuellen Fragebogen mit den Schwerpunkten „Umwelt“, „Soziales“, „Ethik“ und „Lieferkette“. Der Lieferant wiederum …

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… beantwortet die Fragen und belegt seine Angaben mit Dokumenten und Zertifikaten. Nachhaltigkeitsexperten von EcoVadis …

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… überprüfen die Angaben, bewerten sie anhand einer Punkteskala und stellen das Ergebnis online auf ihre Plattform. Je nach Wertung …

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… erhält der Lieferant das EcoVadis-Zertifikat in Gold, Silber oder Bronze. Ungenügend bewertete Unternehmen erhalten kein Zertifikat. KAISER + KRAFT…

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… bespricht das Ergebnis mit seinem Lieferanten, vereinbart konkrete Ziele und berät bei der Umsetzung. Zusätzlich können …

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… Lieferant und KAISER + KRAFT ein ausführliches Ergebnis einsehen, in dem neben der allgemeinen Performance-Kennzahl …

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… auch Teil-Scores etwa aus den Bereichen „Umwelt“ oder „Soziales“ aufgeführt werden. Der Lieferant verbessert Schwachstellen, EcoVadis …

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… wiederholt die Prüfung in weniger als 24 Monaten.

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Wie viel Aufwand hinter den einzelnen Zertifikaten steckt, ist nur wenigen bewusst. Denn während sich eigentlich alle einig sind, dass Konzerne anständig handeln sollten, birgt die Überprüfung dieses Vorsatzes viele Herausforderungen. So müssen etwa manche Unternehmen aus der Haniel-Gruppe, wie KAISER + KRAFT, ein Multichannel-Anbieter für Betriebs-, Lager- und Büroausstattung, nicht nur die eigene Nachhaltigkeit belegen, sondern auch die ihrer über 100 internationalen Zulieferer. Was hilft es schließlich, wenn die Lkw-Flotte eines Unternehmens eine vorbildliche Umweltbilanz aufweist, seine Zulieferer im Ausland aber Lastwagen ohne Rußpartikelfilter einsetzen? Aus diesem Grund setzt KAISER + KRAFT auf das Zertifikat von EcoVadis, ein Dienstleister, der sich auf die Kontrolle großer Lieferketten spezialisiert hat.

Problematisch ist es, wenn die Prüfer von den Unternehmen abhängig sind

Doch nicht nur die Prüfer sind gefordert, sondern auch die Unternehmen selbst. Schließlich tragen sie eine Verantwortung für ihre Zulieferer. Schneidet zum Beispiel ein Partnerbetrieb schlecht in einer Prüfung ab, steht ihm KAISER + KRAFT bei der Verbesserung des Schwachpunktes beratend zur Seite. Gleichzeitig gilt: So wichtig die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Zulieferern und Überprüfungsorganisationen ist, so entscheidend ist auch die Unabhängigkeit der Kontrolleure, die die Zertifikate vergeben. Besonders problematisch wird es, wenn die Prüfer finanziell von den Unternehmen abhängen, die sie kontrollieren. Dann kann es zum so genannten Greenwashing kommen, nach dem Motto: Konzerne zahlen für eine weiße Weste und die Prüfer schauen nicht so genau hin, da sie sonst den Auftrag verlieren könnten.

Mit vereinten Kräften für eine nachhaltige Zukunft

Nachdem solche Fälle in den vergangenen Jahren das Vertrauen in die Zertifikate auf die Probe stellten, wollen es Multistakeholder-Initiativen wie das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ zurückgewinnen. Darin arbeiten Unternehmen wie die CWS-boco Supply Chain Management GmbH aus der Haniel-Group, gemeinsam mit Mitgliedern aus Politik und NGOs an neuen Standards und Kontrollen für die Textilwirtschaft. Ziel: Mit vereinten Kräften für eine nachhaltige Zukunft einstehen. Und natürlich gibt es schon heute Unternehmen und Zertifikate, die in ihren Branchen und Bereichen mit gutem Beispiel vorangehen.

 


Fairtrade und mehr ... am Beispiel CWS-Boco

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Ein Siegel bedeuete Sicherheit. Für den Verbraucher, aber auch für die Zulieferer. CWS-boco Supply Chain Management tut aber noch mehr: Die GmbH erarbeitet mit anderen Unternehmen Standards für die Textilwirtschaft.

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Schon heute unternimmt das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit weit mehr als üblich. Unter anderem setzt es bei einigen Arbeitskleidungskollektionen auf Fairtrade-zertifizierte Baumwolle.

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Das bedeutet natürlich auch eine ganze Reihe an Verpflichtungen. Für das Engagement wurde die CWS-boco Deutschland GmbH 2015 mit dem EcoVadis-Zertifikat in Gold ausgezeichnet.

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