Frauen

Schlau statt schnell

Autor: Angelika Zahn
5 Fragen an Catherine Kaputa - die New Yorker Markenstrategin hat den Ratgeber "The female Brand" geschrieben. Darin erklärt sie, wie weibliches Denken und Erfolg zusammenhängen.

1. Was hat sich für Frauen in den letzten zehn Jahren getan?

Die Frauen haben viel mehr Einfluss im Wirtschaftsleben, aber vor allem auf den höheren Etagen sind wir noch nicht weit genug: In den USA stellen die Frauen 51 Prozent der Arbeitskräfte, aber nur zwei bis drei Prozent der CEOs von Fortune-500-Firmen. 15 Prozent der Führungskräfte auf dem Niveau eines Vice President und darüber sind Frauen – in etwa dasselbe Niveau wie vor 20 Jahren!

2. Was unterscheidet die Konsumentin vom Konsumenten?

Frauen sind meist die anspruchsvolleren Kunden, die mehr Zeit auf den Kaufprozess verwenden. Angeblich probieren Frauen durchschnittlich zwei Stunden das Angebot, bevor sie eine Hose kaufen. Bei Männern sind es sieben Minuten. Besonders bei größeren Anschaffungen wünschen sich weibliche Kunden mehr Informationen als Männer. Geht es um Finanzdinge, wollen sie einen persönlichen Ansprechpartner, der sie umfassend informiert, während Männer auch mal zu Schnellschüssen neigen.

3. Was erwarten Frauen von einem Produkt?

Frauen treffen 85 Prozent aller Kaufentscheidungen – ihr Einfluss ist also riesig. Momentaner Trend: Produkte sollen ansprechendes Design mit Nachhaltigkeit und guter Performance verbinden.

4. Wie sollten Firmen auf weibliche Bedürfnisse reagieren?

Firmen müssen mehr Frauen in den Designprozess zur Entwicklung neuer Produkte involvieren. Allerdings sind die entsprechenden Berufe von Männern dominiert. Es müsste also auch bei jungen Frauen, die sich für einen Beruf entscheiden, ein Umdenken stattfinden: Sie müssen verstehen, wie wertvoll sie für die Wirtschaft in einem Ingenieurberuf oder in der Konsumgüterentwicklung wären. Leider neigen Frauen nicht besonders dazu, sich von diesen Feldern angezogen zu fühlen.

5. Mal ganz ehrlich: Wie wichtig ist gutes Aussehen im Business?

Studien beweisen: Es gibt eine „Beauty-Prämie“, ob uns das nun passt oder nicht. Jeder hat einen Hang zu attraktiven Menschen, aber ich glaube fest daran, dass jeder Mensch vorteilhaft „verpackt“ werden kann, um als attraktiv zu gelten. Was eine hochrangige Frau trägt, wird mehr kommentiert als der Anzug eines Alphamannes. Das heißt andererseits: Eine Frau kann mit abwechslungsreicher Kleidung ihre eigene Marke stärken und entwickeln.