Grenzen

Grenzen als Chance

Foto: Bettina Engel Albustin
Auf einen Gedanken mit Stephan Gemkow und Franz Markus Haniel

[STEPHAN GEMKOW] Auch in der Unternehmensführung helfen selbst gesetzte Grenzen bei Entscheidungen und dienen dem sinnvollen Mitteleinsatz: Wenn wir uns beispielsweise auf ein bestimmtes Verschuldungsniveau beschränken, dient dies der langfristigen Gesundheit des Unternehmens. Wenn wir bestimmte Investitionsbereiche ausschließen, dann aufgrund von Kosten-Nutzen-Erwägungen und Risikobetrachtung. Wenn es allerdings um die physischen Grenzen in der Welt geht und darum, einzelne Länder abzuschotten, ist das eine hilflose Antwort auf das Versagen bestimmter Systeme. Ich bin davon überzeugt, dass die nationalen Grenzen in Europa nicht wieder hochgezogen werden würden, wenn die europäische Governance an den Außengrenzen funktioniert hätte. Gleiches gilt für den zunehmend zu beobachtenden Protektionismus – er ist die falsche Antwort auf die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Volkswirtschaft.

Stephan Gemkow

„Ich halte Grenzen grundsätzlich für sinnvoll, sie bieten Orientierung und sorgen für Stabilität“

Stephan Gemkow

[FRANZ MARKUS HANIEL] Das ist für mich ein ständiger Prozess: sowohl für das Unternehmen, zum Beispiel bei der Erweiterung des Haniel-Portfolios und der Einführung der digitalen Agenda, als auch in meiner persön­lichen Weiterentwicklung. Wenn es aber darum geht, durch das „Sich-an-Regeln-Halten“ anderen Respekt zu erweisen und wahrhaftig zu sein, sind Grenzen ein wichtiger Bestandteil meines Wertekompasses. Hier lasse ich keine Überschreitungen zu. Wenn ich in die Zukunft blicke, sehe ich bei der Entwicklung neuer Ideen, Innovationen und Zukunftsstrategien kaum Grenzen hinsichtlich menschlicher Produktivität und Kreativität. Die Herausforderung wird die Fähigkeit von Organisationen und Personen sein, sich an die Entwicklungen anzupassen und Veränderungen aktiv zu gestalten.

Franz Markus Haniel

„Grenzen zu überschreiten bedeutet, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und Neues zu wagen“

Franz Markus Haniel