Kooperation

Mehrwertmitte #02 – Infografik zur Shareconomy

Autor: Anne Lehwald |
Foto: Ragnar Schmuck / Katrin Rodegast (Illustration)
Wer Dinge nutzen will, muss sie nicht zwangsläufig besitzen: In der zweiten Folge unserer Infografik-Serie untersuchen wir die Shareconomy, die aus Konsum nicht nur einen Akt der Kooperation, sondern auch einen neuen Wirtschaftsfaktor macht. Das wollten wir unbedingt mit allen Lesern teilen.

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In den USA ist für jeden zweiten Führerscheinbesitzer zwischen 18 und 24 das Smartphone wichtiger als ein eigenes Auto. In Deutschland verzichten viele auf ein Fahrzeug, weil es zu teuer ist oder sie es in der Stadt nicht brauchen. Carsharing sozialisiert den Verkehr.

 

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Ein neues Geschäftsmodell für Autokonzerne

Auch die Industrie reagiert auf die Shareconomy und das gestiegene Umweltbewusstsein. Unternehmen wie Daimler, BMW, VW, General Motors und Peugeot beteiligen sich am Carsharing. Car2go, eine Kooperation von Daimler und Europcar, macht bereits in drei deutschen Städten Gewinn. Insgesamt sehen die Autobauer aus Schwaben einen möglichen Umsatz von sieben Milliarden Euro für den europäischen Markt. Mit den eigenen Dienstleistungen will Daimler in der Carsharing-Branche bereits kommendes Jahr 100 Millionen Euro Umsatz erreichen. Für die Partner BMW und Sixt ist dies noch ein Verlustgeschäft. Dazu Autovermieter Erich Sixt: „Es ist eine offene Geschichte. Es gibt bislang niemanden, der im Carsharing weltweit richtig Geld verdient.“

Durch die Datenverarbeitung in der Cloud wird die Arbeit flexibler. Digitale Daten lassen sich in Echtzeit über das Internet austauschen und je nach Nutzung abrechnen. Hard- und Software verschwinden aus dem Büro – sie werden in die Wolke ausgelagert.

 

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Verbindung nach oben

Für deutsche Unternehmen hat Cloud-Computing 2012 an Bedeutung gewonnen. Aber einer wachsenden Zahl an Befürwortern steht auch ein steigender Anteil an Skeptikern gegenüber. Eine Umfrage unter mittelständischen Firmen zeigte, dass viele den Sicherheitsanforderungen misstrauen. Und jeder Dritte, der seine Daten in der Cloud speichert, hat sich mit der Sicherheit nicht auseinandergesetzt.

Teilzeit-Hotelier als Nebenverdienst: Immer mehr Privatpersonen vermieten ihr Bett, ihre Couch oder ihre komplette Wohnung an Fremde. Berührungsängste sollte man aber eher nicht haben.

 

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Alternative Finanzierungsmodelle sind in Handel und Industrie schon lange gängige Praxis. Noch lukrativer werden solche Gegengeschäfte in einem digitalen Netzwerk. Ebenso wie Crowdfunding, das Projekten und Start-up-Unternehmen dringend benötigtes Kapital einbringt – komplett ohne Banken.

 

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Beispiel gefällig?

Ein Restaurant möchte 10 000 Euro für Drucksachen ausgeben. 10 000 Einheiten  der Tauschwährung werden dem Drucker gutgeschrieben und dem
Res­tau­­rant in Rechnung gestellt. Das Restaurant schuldet sie aber nicht der Druckerei, sondern allen Mitgliedern. Die Schulden werden als zinsloses Darlehen geführt und vom Restaurant dadurch abbezahlt, dass es Netzwerkmitglieder verköstigt. Da das Restaurant seine Gerichte nicht zum Selbstkostenpreis verkauft, „zahlt“ es statt der 10 000 Euro deutlich weniger zurück. Auch die Druckerei profitiert: Sie kann mit der Tauschwährung bei anderen Mitgliedern Leistungen einlösen.