Kooperation

Paarlauf

Autor: Friederike Andrae |
Foto: Jiri Rezac, Toby Binder, Dominik Asbach
Gemeinsam Hindernisse überwinden, zusammen Lösungen finden und miteinander Erfolge feiern – zu zweit geht alles besser. Sechs Erfolgsteams aus der Haniel-Gruppe erzählen, was sie unschlagbar macht.

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Echt über das Ziel hinaus

Andrew Henman (59) leitet die Niederlassung von Kaiser+Kraft in Großbritannien. Mit Barry Rose (76) bringt er bei den Crowthrone Archers Anfängern die Grundlagen des Bogenschießens bei.

„Andrew hat mich überredet, die Trainerausbildung zu machen“

Was wir aneinander besonders schätzen:

[ANDREW HENMAN] Barry weiß sehr viel über das nötige Equipment und kann sein Wissen auch gut teilen, da er vor seiner Pensionierung als Lehrer unterrichtete.

[BARRY ROSE] Für mich ist es wichtig, dass wir viel herum­blödeln und uns bestens verstehen.

Wie meistern Sie gemeinsam schwierige Situationen?

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[HENMAN] Wir hatten schon einmal einen Jungen mit einer Aufmerksamkeitsstörung im Kurs. Da wäre es nicht zu verantworten gewesen, ihn zum freien Training zuzulassen.

[ROSE] Wenn man jemandem etwas zeigt, kommt man den Leuten sehr nah – das ist mir unangenehm. Andrew gab mir den Tipp, einfach nachzufragen, ob das demjenigen recht ist.

Was wir voneinander gelernt haben:

[ROSE] Andrew hat mich damals überredet, die Trainerausbildung zu machen. Er ist sehr gut organisiert, da konnte ich mir einiges abschauen, wenn wir etwa den Platz für das Training vorbereiten mussten.

[HENMAN] Barry hatte sein Hobby lange Zeit aufgegeben. Er ist nach einer Herz-OP früher in Rente gegangen und hat erst spät wieder mit dem Bogenschießen angefangen. Daraus habe ich gelernt, dass man eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit finden muss.

Unser größter Erfolg:

[ROSE] Fast die Hälfte der aktuellen Vereinsmitglieder war in unserem Anfängerkurs:

[HENMAN] Sogar einige Sportler, die jetzt in der Landesmannschaft von Berkshire County an Wettkämpfen teilnehmen, haben früher mal in unserem Kurs angefangen.


Mein Kind und Kindeskind

Leonie Bühler (40) arbeitet im Marketing von Celesio. Damit sie das kann, passt ihre Mutter Gabi Erhardt (61) auf ihre kleine Tochter Pauline (3) auf.

„Zu meiner Mutter habe ich ein Urvertrauen“

Was wir aneinander besonders schätzen:

[LEONIE BÜHLER] Meine Mutter hat bei mir damals alles richtig gemacht – das wird bei Pauline jetzt auch so sein. Zu meiner Mutter habe ich ein Urvertrauen, ohne ihre Unterstützung könnte ich meinen Beruf nicht so ausüben.

[GABI ERHARDT] Ich finde es schön, dass sie mir voll vertraut und freie Hand lässt, auch wenn ich die Dinge manchmal anders mache als sie mit Pauline. Außerdem verbringe ich natürlich gerne viel Zeit mit meiner Enkelin.

Wie meistern Sie gemeinsam schwierige Situationen?

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[ERHARDT] Wenn Leonie auf Geschäftsreisen gehen muss, übernachtet Pauline bei mir und meinem Mann.

[BÜHLER] Gerade wenn Termine kurzfristig verschoben werden, springt sie auch mal spontan ein, um Pauline zu betreuen.  Da habe ich manchmal schon fast ein schlechtes Gewissen.

Unser größter Erfolg:

[ERHARDT] Wir haben mit Pauline ein glückliches Kind. Ich denke, wir haben für sie die beste Lösung gefunden.

[BÜHLER] Es klappt die ganze Zeit über bereits sehr gut. Und wir beide verstehen uns auch immer noch gut.

Was wir voneinander gelernt haben:

[ERHARDT] Ich war immer jemand, der sich selbst sehr zurückgenommen hat. Durch meine Tochter bin ich selbstbewusster geworden.

[BÜHLER] Als werdende Mutter wird man ja mit allerlei Ratschlägen konfrontiert – meine Mutter hat mir die Zuversicht gegeben, dass auch ich als Mutter wissen werde, was das Beste für mein Kind ist.


Dreamteam: beruflich und privat

Juliane Nickel (24) und Heiko Keunike (32) haben sich vor sechs Jahren am Franz-Haniel-Platz bei ihrer Arbeit im Archiv kennen- und lieben gelernt. Seit zwei Jahren teilen sie sich sogar eine Stelle.

„Wir verstehen uns auch ohne viele Worte“

Was wir aneinander besonders schätzen:

[JULIANE NICKEL] Wir können uns immer aufeinander verlassen – beruflich und privat.

[HEIKO KEUNIKE] Wir haben noch nie aneinander vorbeigeredet. Deshalb brauchen wir weder detaillierte Projektübergaben noch lange Erklärungen.

Wie meistern Sie gemeinsam schwierige Situationen?

[NICKEL] Als im Archiv eine Stelle gestrichen wurde, fiel es uns schwer zu entscheiden, ob einer von uns beiden geht oder wir beide mit einer halben Stelle bleiben. Wir haben uns für die Gemeinsamkeit entschieden – das hat uns noch stärker gemacht.

[KEUNIKE] Mir war schnell klar, dass ich weiter mit Jule arbeiten möchte; auch um die Aufgaben zwischen uns aufteilen zu können.

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Was wir voneinander gelernt haben:

[KEUNIKE] Im Studium hat Jule meine Hausarbeiten gegengelesen, und ich konnte von ihrer manchmal harten Kritik sehr profitieren.

[NICKEL] Früher war ich oft unausgeglichen und unruhig – das ist heute ganz anders.

Unser größter Erfolg:

[KEUNIKE] Wir sind bisher absolut krisenfrei durch die Beziehung gekommen – im Oktober werden wir sogar heiraten.

[NICKEL] Sein Studium und meine Ausbildung. Wir haben uns gegenseitig viel unterstützt. Ich konnte meine Ausbildung sogar von drei auf zwei Jahre verkürzen.


In guten wie in Fluten-Zeiten

Die Spedition von Burkhard Weiße (49) fährt seit 1990 für Jörg Marbach (56), Leiter der GEHE-Niederlassung Halle, die Medikamente zu den Apotheken. Das Hochwasser im Juni hat die beiden Männer noch enger zusammengeschweißt.

„ ‚Geht nicht‘ gibt’s nicht!“

Was wir aneinander besonders schätzen:

[BURKHARD WEISSE] Herr Marbach kann zupacken und behält immer einen guten Überblick.

[JÖRG MARBACH] Herr Weiße ist mit viel Herz bei der Sache. Er ist uns auch über die rein wirtschaftlichen Interessen hinaus verbunden. Das hat er bei der Hochwasserkatastrophe bewiesen.

Wie meistern Sie gemeinsam schwierige Situationen?

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[MARBACH] Als im Juni das Hochwasser kam, stand unsere Niederlassung komplett unter Wasser. Ein ordnungsgemäßer Versand war nicht möglich, weil die Anlage beschädigt war.

[WEISSE] Wir haben GEHE daraufhin den Rohbau unseres neuen Firmensitzes zur Verfügung gestellt. Teilweise unter freiem Himmel improvisierten wir dann den Versand. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt!

Unser größter Erfolg:

[WEISSE] Wir konnten nach nur zwei Tagen Reparatur die Versandhalle wieder in Betrieb nehmen – daran hätte ich nicht geglaubt.

[MARBACH] Wir haben die Versorgung der Apotheken während des Hochwassers aufrechterhalten können. Die Belieferung der Kunden war nur kurz eingeschränkt, danach konnten wir unseren regulären Betrieb schnell wieder voll aufnehmen.

Was wir voneinander gelernt haben:

[WEISSE] Herr Marbach hat einen sehr motivierenden Führungsstil: Er lebt seinen Mitarbeitern vor, was er von ihnen erwartet. So halte ich das auch.

[MARBACH] Ich finde, überraschend wenig, denn oft haben wir gleichzeitig dieselben Ideen – sogar dasselbe Motto: ‚Geht nicht‘ gibt’s nicht!


Gemeinsam am Rad drehen

Patrick Maaßen (39) ist Audit Senior Manager in der Revision bei Haniel, Matthias Weigert (28) arbeitet dort als Senior Risk & Finance Manager in der Finanz-abteilung. Beide starten mit der Betriebssportgruppe Radsport im Achterteam beim 24-Stunden-Rennen im Duisburger Landschaftspark.

„Im Team sind alle füreinander da“

Was wir aneinander besonders schätzen:

[PATRICK MAASSEN] Durch den Einsatz aller Teammitglieder entsteht ein besonderer Gemeinschaftssinn. Wir sprechen alle Themen offen an und finden immer eine Lösung.

[MATTHIAS WEIGERT] In unserem Team ist jeder für den anderen da. Sei es beim Auf- und Abbau, bei der Verpflegung oder mit Rat und Tat zum Mountainbike.

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Wie meistern Sie gemeinsam schwierige Situationen?

[MAASSEN] Die Nacht birgt die größten Herausforderungen. Die Sicht ist stark eingeschränkt, und Müdigkeit macht sich breit. Dann müssen jeder Handgriff und jede Abstimmung sitzen.

[WEIGERT] Wenn mitten auf der Strecke die Kette reißt, ist immer sofort ein Teammitglied mit Ersatzteilen und Werkzeug zur Stelle, um mir zu helfen.

Unser größter Erfolg:

[MAASSEN] 2009 sind wir mit einem Achterteam 77 Runden gefahren und haben den dritten Platz in der Firmenwertung belegt.

[WEIGERT] Eine solche Leistung ist nur möglich, wenn Organisation und Abläufe stehen und sich jeder entsprechend einbringt.

Was wir voneinander gelernt haben:

[MAASSEN] Alles ist machbar. Mit der richtigen Strategie und Taktik haben wir es trotz unterschiedlichem Leistungsniveau geschafft, vorne mitzufahren.

[WEIGERT] Freud und Leid über die 24 Stunden lassen sich am besten gemeinsam teilen.


Mein Partner und die mit der kalten Schnauze

Dagmar Fabian (50) arbeitet bei CWS-boco im Innendienst der Kundenbetreuung. In ihrer Freizeit engagiert sie sich mit ihrem Mann Klaus (54) beim Technischen Hilfswerk. Mit ihren Hunden Shari (3) und Cora (7) suchen sie vermisste Personen.

„Im Einsatz müssen wir uns blind aufeinander verlassen können“

Was wir aneinander besonders schätzen:

[DAGMAR FABIAN] Klaus ist sehr teamorientiert, sowohl was Menschen als auch was den Partner Hund betrifft. Er sagt immer, man müsse fair zum Hund bleiben: Der Hund könne ja nur das, was man ihm beigebracht habe.

[KLAUS FABIAN] Wir sprechen die gleiche Sprache. Dagmar kann auch für mich als Ausbilder einspringen, wenn ich mal nicht kann, und ich weiß, dass sie das in meinem Sinne weiterführt.

Wie meistern Sie gemeinsam schwierige Situationen?

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[KLAUS] Jeder Mensch und jeder Hund wird individuell ausgebildet, trotzdem müssen alle auch als Team funktionieren. Im Einsatz können wir uns dann blind aufeinander verlassen.

[DAGMAR] Jeder hat mal bessere und schlechtere Tage – Menschen wie auch Hunde. Damit muss man in der Gruppe arbeiten können und entsprechend Geduld haben.

Unser größter Erfolg:

[KLAUS] Bei Einsätzen ist es für uns toll, wenn wir als Team unseren Beitrag zu einer größeren Aktion mit Polizei und Feuerwehr leisten konnten.

[DAGMAR] Vor Kurzem hatte unsere Gruppe eine Vorführung bei der Freiwilligen Feuerwehr Wuppertal-Hahnerberg. Da hat alles gut geklappt.

Was wir voneinander gelernt haben:

[DAGMAR] Mein Mann ist hier mein Ausbilder – ich habe in Bezug auf Rettungshunde alles von ihm gelernt.

[KLAUS] Ich bin in der Zusammenarbeit mit anderen manchmal zu impulsiv, Dagmar geht da ausgeglichener heran.