Lernen

Neues aus der Zettelwirtschaft

Autor: David Mayer |
Foto: Christoph Kienzle (Illustrationen)
Globalisierung, Digitalisierung und viele Post-its 
in Workshops: So schnell sich die Wirtschaft 
wandelt, so schnell schießen neue Methoden und 
Prozesse aus dem Boden. Fünf Begriffe, die 
Manager heute kennen sollten.

Darum geht es beim DESIGN-THINKING

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Wie funktioniert das?

Um welches Problem es auch geht: Design-Thinking löst es aus Perspektive der Nutzer. Mitarbeiter bauen früh Prototypen, lassen sie von Nutzern testen und entwickeln sie auf Grundlage der Ergebnisse weiter. Entscheidend sind multidisziplinäre Teams, flexible Arbeitsräume und das Einhalten eines festgelegten Prozesses.

Wo funktioniert das?

Theoretisch überall. Zu den Ergebnissen von Design-Thinking zählen unter anderem bereits ein Staubsauger, ein Sicherheitscheck am Flughafen und ein Kommunikationssystem für Krankenschwestern in Südafrika. Besonders beliebt ist die Methode bei Start-ups oder Unternehmen, die auf Innovationen angewiesen sind – etwa angesichts der Digitalisierung.

Was bringt es?

„Problems can be complicated – solutions not“ – nach diesem Motto bietet Design-Thinking 
eine strukturierte Herangehensweise an Innovationen. Indem die Methode vor allem auf kreative Zusammenarbeit von Menschen mit verschiedenen Fachbereichen setzt, kann sie darüber hinaus 
die gesamte Innovationskultur eines Unternehmens fördern.


Darum geht es bei der CUSTOMER-JOURNEY

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Wie funktioniert das?

Von der Empfehlung eines Freundes auf Facebook über einen ersten Besuch auf der Unternehmenswebseite bis zum Klick auf den „Kaufen“-Button im Webshop: Dank digitaler Programme können Unternehmen heute analysieren, wie sich Kunden ihren Produkten nähern. Beim Ansatz Customer-Journey geht es darum, diese „Reise“ aus Sicht des Nutzers zu optimieren.

Wo funktioniert das?

Von einer Verbesserung der Customer-Journey profitieren vor allem Unternehmen, die über digitale Berührungspunkte mit den Kunden in Kontakt stehen. 
Zu diesen Berührungspunkten zählen unter anderem Social-Media-Kanäle, Online-Anzeigen oder Webshops. Analoge Stationen der „Reise“, etwa Gespräche 
mit Freunden, lassen sich nur schwer erfassen.

Was bringt es?

Je weniger Hindernisse ein 
Nutzer auf seiner „Reise“ zum Produkt überwinden muss, 
desto wahrscheinlicher kauft er 
es. Und je genauer Unternehmen dank Daten zum Beispiel wissen, welche Informationen einem Nutzer zum Kauf noch fehlen, desto individueller können sie 
ihn an den (digitalen) Berührungspunkten ansprechen und als treuen Kunden gewinnen.


Darum geht es bei SCRUM

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Wie funktioniert das?

Interdisziplinäre Teams erfüllen Aufträge in klar definierten Arbeitspaketen, genannt Sprints. Ein Sprint dauert zum Beispiel 
30 Tage. Nach dem Start darf das Ziel des Sprints nicht verändert werden, am Ende muss eine fertige Anwendung stehen. Ein Projektmanager (Scrum-Master) steuert den Prozess und hält Kontakt zum Auftraggeber (Product-Owner).

Wo funktioniert das?

Ursprünglich kam Scrum vor allem als Methode der sogenannten Agilen Softwareentwicklung zum Einsatz – ein Ansatz, der dabei helfen soll, IT-Projekte ohne bürokratischen Aufwand zu bewältigen. Mittlerweile übernehmen zum Beispiel Digitalagenturen, aber auch Mittelständler Scrum in angepassten Versionen.

Was bringt es?

Dank der agilen Methode können Teams während der Sprints in Ruhe arbeiten und Auftraggeber mit konkreten Zwischenergebnissen rechnen. Vor allem große Projekte lassen sich durch die Unterteilung besser planen. Außerdem sind die Regeln von Scrum für jeden Mitarbeiter leicht zu erlernen.


Darum geht es beim BOOTCAMP

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Wie funktioniert das?

Arbeitsräume, Profitipps, Kontakte: Auf diese Weise geben Unternehmen jungen Gründern in sogenannten Bootcamps eine Anschubhilfe. Über einen Zeitraum von meist mehreren Monaten begleiten sie ausgewählten Start-ups bei ihren ersten Schritten.

Wo funktioniert das?

Ausrichter solcher Bootcamps 
– auch Inkubatoren oder Accelerators genannt – sind oft Unternehmen. Diese stammen aus so verschiedenen Bereichen wie Medien, Industrie oder Finanzen. Fast immer haben die Start-ups einen Bezug zur Branche, wie es auch bei METRO oder Media-Saturn der Fall ist.

Was bringt es?

Die Jungunternehmer ziehen Nutzen aus der kostenfreien Infrastruktur, der professionellen Anleitung und den Möglichkeiten zum Netzwerken. Ausrichter eines Bootcamps profitieren vom Innovationsgeist und Know-how der jungen Gründer und sichern sich oft Anteile an den Start-ups.


Darum geht es bei einem HACKATHON

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Wie funktioniert das?

Wie könnte nutzerfreundlicher Virtual-Reality-Journalismus aussehen? Oder eine App, die Flüchtlingen hilft? Oder das Onlinebanking der Zukunft? Auf solche Fragen suchen Entwickler und Programmierer bei einem Hackathon Lösungen. Meist innerhalb eines Wochenendes entwerfen sie in Kleingruppen Anwendungen und stellen sie anschließend vor.

Wo funktioniert das?

Grundsätzlich kommen Hackathons für jeden infrage, der digitale Lösungen für eine spezielle Frage sucht – sei es eine Universität, ein NGO oder ein Unternehmen. Während Start-ups in Berlin zum Teil Hackathons mit einigen Dutzend Teilnehmern ausrichten, nehmen in den USA manchmal mehr als 1.000 Entwickler teil.

Was bringt es?

Für die Teilnehmer bedeuten Hackathons eine Möglichkeit, Netzwerke zu knüpfen, von anderen Entwicklern zu lernen und Lösungen für Themen zu suchen, die ihnen am Herzen liegen. Ausrichter erhoffen sich neue Ansätze für drängende Fragestellungen und nutzen die Veranstaltungen unter anderem auch, um Talente zu rekrutieren.