Megatrends

Kleiner Riese

Autor: Myrto-Christina Athanassiou |
Foto: Oliver Tjaden
Nirgendwo sonst lässt sich der globalisierte Handel besser beobachten: Der Duisburger Hafen vernetzt Schiff, Schiene und Straße. Zu Besuch in einem Logistikzentrum, das den Vergleich mit den ganz Großen im Geschäft nicht scheuen muss.

Knotenpunkt: 62 Millionen Tonnen

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Gütervolumen schlug der öffentliche Hafen im Jahr 2013 um. Gut die Hälfte davon entfielen auf Bahn und Schiff: So starten etwa 20 000 Züge jährlich von hier aus zu 80 internationalen Destinationen – koordiniert von über 25 Eisenbahnoperateuren und -dienstleistern. Auf dem Wasserweg laufen 20 000 Schiffe pro Jahr von Duisburg aus etwa 100 Häfen an: Nach Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen etwa verkehren täglich Shuttles. Immer wichtiger werden außerdem Verbindungen nach Skandinavien, in die Türkei sowie nach Russland und China.

Jobmotor: 30 Millionen Menschen

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leben im Umkreis von 150 Kilometern um Duisburg. Und noch immer schlägt im Ruhrgebiet das industrielle Herz Deutschlands: Konzerne wie Bayer, Evonik und ThyssenKrupp produzieren in der Region und schicken ihre Güter vom Duisburger Hafen aus auf den Weltmarkt.

Umsatzriese: 175 Millionen Euro

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hat die duisport-Gruppe im Jahr 2013 umgesetzt und 30 Millionen Euro eingenommen – mehr als jeder andere Binnenhafen in Deutschland. Duisburg profitiert dabei von seiner einzigartigen Lage: Nur 220 Rheinkilometer sind es von hier bis nach Rotterdam, dem größten Seehafen Europas. Fünf Autobahnen laufen hier zusammen, der Hafen ist optimal ins Schienenverkehrsnetz der Deutschen Bahn eingebunden. Güter, die hier ankommen, lassen sich binnen kurzer Zeit in einer der dichtestbesiedelten Regionen des Kontinents verteilen.

Kohle machen: Bis zu 10 Millionen Tonnen

Kohle kommen immer noch jedes Jahr in Duisburg an. Jedoch ausschließlich aus dem Ausland – mit dem Niedergang der Zechen hat sich auch der Kohle-Export aus Deutschland erledigt. 1926, zur Hochzeit des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet, gingen vom Hafengelände aus noch 24 Millionen Tonnen Kohle auf die Reise. Auch der Mineralölumschlag, nach dem Zweiten Weltkrieg ein zentrales Standbein des Hafens, verliert im Vergleich zu den Containern an Bedeutung. Aktuell liegt er noch bei etwa fünf Millionen Tonnen.

Automarkt: 800000 Kubikmeter

Automobilkomponenten pro Jahr schlägt allein Audi über sein neues CKD-Zentrum (Completely Knocked Down) in Duisburg um, das weltgrößte seiner Art. Die Modelle A3, A4, A6, Q3, Q5 und Q7 werden vor Ort in einzelne Module zerteilt, um so hohe Einfuhrzölle zu vermeiden. Per Bahn und Schiff reisen sie weiter über die niederländischen Seehäfen nach China, Indien und Mexiko. Allein der Transport per Schiff zwischen Duisburg und den Westhäfen entspricht rund 13 000 Lkw-Bewegungen. Die Konzernmutter VW ist seit diesem Jahr ebenfalls mit einem CKD-Zentrum im Hafen präsent: Dieses verfügt über eine Umschlagskapazität von rund 350 000 Kubikmetern.

Investitionsvolumen: 600 Millionen Euro

hat die duisport-Gruppe seit 1998 insgesamt investiert.

Umschlagplatz: 3 Millionen Container

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der Standardgröße TEU schlug der Duisburger Hafen allein im Jahr 2013 um – das sind 60 Prozent mehr als noch 2008. Elektronikartikel aus Fernost sind in den Containern zahlreich vertreten, ebenso Textilien, Maschinenbauteile, Chemieprodukte und Kosmetik: Der japanische Beauty-Konzern Shiseido nutzt den Hafen zum Beispiel als seinen zentralen Umschlagplatz für den europäischen Markt. Das Lebensmittelunternehmen Danone Waters wiederum transportiert Mineralwasser aus dem Süden Frankreichs von hier aus weiter in die Märkte Zentraleuropas.

Wassermassen: 21 Hafenbecken sind 180 Hektar groß

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Die 21 Hafenbecken sind 180 Hektar groß, der Hafen insgesamt besteht sogar aus 1350 Hektar. Um die Lasten umschlagen zu können, gibt es neun Containerterminals mit insgesamt 20 Containerbrücken, die jeweils bis zu 55 Tonnen tragen können. Über das sogenannte Heavy Lift Terminal Duisburg (HTD) können sogar große Stückgüter und Anlagen mit einem Gewicht von bis zu 500 Tonnen verladen werden.

Expansionspläne: 100 Hektar Fläche

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will duisport in den nächsten fünf Jahren noch für Logistik und Industrie entwickeln. Um neue Märkte zu erschließen, ist die Hafengesellschaft weltweit aktiv: In Shanghai und Wuxi in China sowie im indischen Pune hat die Unternehmenstochter duisport packing logistics eigene Niederlassungen gegründet. Außerdem berät duisport zum Beispiel internationale Häfen in Santos (Brasilien) und Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), wie sie die Anbindung ans Hinterland am besten gestalten.

Arbeitgeber: 40000 Arbeitsplätze

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sind direkt oder indirekt vom Duisburger Hafen abhängig – mehr als doppelt so viele wie noch vor 15 Jahren. 300 Unternehmen haben sich insgesamt auf dem Gelände im Hafen angesiedelt – die meisten von ihnen stammen aus der Logistikbranche. Sie alle bieten neue Jobs in einer Gegend, die lange Zeit hauptsächlich mit Werksschließungen Schlagzeilen machte. Längst stellt die Hafengesellschaft ihren Kunden nicht nur Grundstücke und Infrastruktur zur Verfügung, sondern bietet auch Beratung, Verpackungslogistik und Planungsleistungen an.

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