Mut

Werteposition – Mut als Chance

Foto: Bettina Engel-Albustin
Stephan Gemkow im Gespräch mit Franz Markus Haniel.

Wie sehr lieben Sie das Risiko – auf einer Skala von 1 bis 10?

[STEPHAN GEMKOW] 3 – ich versuche, kontrollierte Situationen zu schaffen, mich in Szenarien zu bewegen und so Risiken zu managen. Mut und Risiko vertragen sich nicht. Das mag manchmal zu wenig sein, aber die Herausforderung besteht darin, den Mut an die jeweilige Situation anzupassen.

[FRANZ MARKUS HANIEL] Ich bin eher eine 7, denn ich bin jemand, der Dinge trotzdem versucht, auch wenn der Ausgang nicht von vorneherein klar ist. Im Privaten gehe ich ebenfalls Risiken ein, was meine Familie nicht immer schätzt.

"Mut und Risiko vertragen sich nicht wirklich"

Stephan Gemkow

War Haniel in den letzten Jahren mutig genug?

[GEMKOW] Ich glaube, wir haben das richtige Maß an Mut bewiesen. Wir sind kalkulierte Risiken eingegangen und haben damit Erfolg gehabt – und oft genug war auch ein Quäntchen Glück dabei. Von daher bin ich sehr zufrieden mit dem, was wir gemacht haben.

[HANIEL] Ja, es hat keine Situation in den letzten Jahren gegeben, wo wir aufgrund von mangelndem Mut ein Risiko nicht eingegangen sind und dadurch eine Chance verpasst haben.

"Wir haben keine Chancen durch fehlenden Mut verpasst"

Franz Markus Haniel

Wer ist der mutigste Mensch, den Sie kennen?

[GEMKOW] Vielleicht ungewöhnlich, aber für mich ist das General Stanley McChrystal, der Spezialeinheiten der Amerikaner geleitet hat und das Oberkommando im Irak und in Afghanistan hatte. Er hat seine Soldaten mit hoher Integrität und Loyalität geführt und auch persönliche Risiken nicht gescheut. Ein sehr beeindruckender Mensch.

[HANIEL] Mir fällt spontan Felix Baumgartner ein, denn er hat etwas gemacht, was niemand vorher gemacht hatte. Um einen Schritt zu tun, der ein so hohes Maß an Unwägbarkeiten beinhaltet, braucht es aus meiner Sicht extrem hohen Mut – fast schon Leichtsinn. Dabei ging es aber nur um ihn selbst, er hat niemand anderen in Gefahr gebracht.