Wachstum

Höher, glücklicher, weiter

Autor: Andrea Ackermann |
Foto: Frank von Grafenstein (Illustration)
Mehr ist mehr - oder wachsen wir uns am Ende selbst über den Kopf?

Bis zu 1,6 Meter pro Tag – Da kommt man kaum noch nach

So ein flauschiger Pandabär-Bauch will gut gefüllt sein. Seine Leibspeise ist der Bambus, und der ist vor Wachstumsfreude kaum zu bremsen. Den Weltrekord hält dabei der Riesenbambus Moso (Phyllostachys pubescens) mit bis zu 1,6 Metern pro Tag – keine Pflanze wächst schneller. Er kann 35 Meter hoch werden und einen Halmdurchmesser von 45 Zentimetern erreichen. Da kommt der Panda mit seinem Appetit nur gerade so nach.

Arktische Abkürzungen – Das Eis schmilzt

Es war ohnehin nur im Weg, all das Eis in der Arktis. Nun schmilzt es. Wo einst unnachgiebige Eismassen die Durchfahrt blockierten, eröffnen sich jetzt neue, kürzere Seewege für die Schifffahrt. Grönlandwale, die seit Jahrhunderten in getrennten Populationen vor Alaska oder Grönland lebten, können nun laut Forschern die wärmere Arktis durchqueren.

Tempo, Tempo. Wer groß werden will… – Vier Kilo Blauwalbaby pro Stunde

Sie können bergeweise Hamburger, Sahnetorte und Schokokekse futtern, alles mit Limonade runterspülen – aber das Blauwalbaby werden Sie nicht toppen. Oder schaffen Sie knapp vier Kilo Gewichtszunahme in einer Stunde und mehr als 90 Kilo am Tag? Eben! Kleine Blauwale müssen sich sputen, denn ausgewachsen sind sie mit bis zu 33 Meter Länge und bis zu 200 Tonnen Gewicht das größte Tier auf diesem Planeten. Blauwalkälber sind bei ihrer Geburt etwa sieben Meter lang und 2,5 Tonnen schwer. Ihr schnelles Wachstum verdanken sie der reichhaltigen Muttermilch, von der sie acht Monate lang täglich rund 600 Liter trinken. Die Milch macht’s eben!

In Bhutan ist das Bruttoinlandsglück per Verfassung garantiert – Oberstes Staatsziel? Glück!

Nicht das Bruttoinlandsprodukt ist in Bhutan das Maß der Dinge, sondern die Zufriedenheit der Einwohner – also das „Bruttoinlandsglück“. Wie ein Haus steht es auf den vier Säulen Kultur, Umweltschutz, Wirtschaftswachstum und gutes Regieren. Kapitalismus gilt als Haus mit nur einer Säule. Ganz schön wackelig!

Hoch H(in)aus – Baku baut

Nachts raus auf den Balkon und einen Stern vom Himmel pflücken – in Baku wird’s möglich: In der Nähe der aserbaidschanischen Hauptstadt soll auf einer Kette künstlicher Inseln im Kaspischen Meer ein Wolkenkratzer entstehen, der mehr als einen Kilometer hoch ist! Damit wäre das Gebäude rund 222 Meter höher als der bisherige Rekordhalter Burj Chalifa in Dubai mit 828 Metern. Kaum zu glauben, dass 1885 das Home Insurance Building in Chicago mit seinen 42 Metern als höchstes Gebäude der Welt galt.

Sieben neue Gesichter pro Sekunde – Und ewig wächst der Zuckerberg

Mit welch rasanter Geschwindigkeit sein soziales Netzwerk einmal die Welt umschließen würde, hat wohl selbst Gründer Mark Zuckerberg nicht geahnt: In einer einzigen Sekunde wächst Facebook durchschnittlich um sieben Nutzer. Im Dezember 2011 meldeten sich weltweit 798,9 Millionen Mitglieder mindestens ein Mal mit ihrem Account an – macht ein Wachstum von 214,6 Millionen gegenüber Dezember 2010.

Mehr Telefone als Telefonierer – Zu viel mobil?

Der Mensch der Zukunft sollte sechs Ohren besitzen und zwei zusätzliche Münder. Damit könnten wir all die Mobiltelefone nutzen, die auf unserem Planeten herumfiepen. Laut einer Studie des Netzwerkausrüsters Cisco wird die Zahl mobiler Geräte noch in diesem Jahr die der Menschen übertreffen. Bis 2016 könnte sogar die Zehn-Milliarden- Grenze geknackt werden.

Wann kommt der E-Kompost? – Elektronischer Überfluss

Eine Blume und ein Handy haben etwa die gleiche kurze Lebensdauer: erst taufrisch und neu im Handel, dann welk und nicht mehr up to date. Rund drei Millionen Tonnen Elektromüll haben die Vereinigten Staaten 2010 produziert, gefolgt von China mit 2,3 Millionen Tonnen. Bis 2020 soll sich die Menge an schrottreifen Computern, Kühlschränken et cetera um bis zu 400 Prozent gesteigert haben. Höchste Zeit für den Elektrokompost.

Spätentwickler – Das ewige Kind

Er verbreitet in der Welt reichlich Hektik – doch bei seiner eigenen Entwicklung lässt sich der Mensch ganz schön viel Zeit. Sein körperlicher und geistiger Reifeprozess nimmt nahezu ein Viertel des gesamten Lebens in Anspruch, das ist die längste Entwicklungszeit aller Lebewesen. Sie soll, sagen Forscher, auch mit den Leistungen des hoch entwickelten Gehirns zusammenhängen. Eine Hypothese, die nicht immer mit unseren Alltagserfahrungen übereinstimmt …