Warten

Werteposition: Warum warten?

Foto: Bettina Engel-Albustin
Auf einen Gedanken mit Stephan Gemkow 
und Franz Markus Haniel
Stephan Gemkow

„Wir haben bei Haniel 
die Geduld und die Ausdauer, langfristige Pläne umzusetzen“

Stephan Gemkow

[STEPHAN GEMKOW] Der Industriepionier Franz Haniel hat, salopp gesagt, 30 Jahre warten müssen, bis er im Ruhrgebiet endlich die begehrte Fettkohle fand. Das ist eine Anekdote, die aber zeigt: Wir haben bei Haniel die Geduld und die Ausdauer, langfristige Pläne umzusetzen. Was uns dabei hilft, ist ein starker Wertekompass. Ebenso wie die Bereitschaft, sich unterschiedliche Blickwinkel zu eigen zu machen. Es geht uns nicht ums Hinausschieben oder Zögern. Es ist eher eine Frage des Anspruchs, eine Frage der Durchdringung – um nicht am Ende relevante Dinge, die sich nicht vordergründig erschließen, zu übersehen. Mit dieser Denk- und Arbeitsweise gehören wir vielleicht nicht zur Mehrheit, aber wir befinden uns definitiv in guter Gesellschaft.

Franz Markus Haniel

„Uns geht es um ein 
aktives Warten, das wir nutzen, um möglichst gut vorbereitet zu sein“

Franz Markus Haniel

[FRANZ MARKUS HANIEL] Warten – für mich ist das ein ambivalentes Thema. Wenn ich auf den Zug warten muss oder auf Menschen, die Termine nicht einhalten, ärgert mich das! Auf der anderen Seite kann Warten auch positiv sein. Zum Beispiel, wenn es darum geht, den richtigen Moment abzuwarten, um ein Projekt zu realisieren. In diesem Sinne ist Abwartenkönnen ein Bestandteil des vorausschauenden Handelns bei Haniel und innerhalb der Haniel-Familie. Uns geht es aber um ein aktives Warten, das wir nutzen, um möglichst gut vorbereitet zu sein. Denn uns ist sehr bewusst, dass Schnelligkeit und Agilität notwendig sind, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Hoffnung, dass unsere Welt auch mal wieder beschaulicher und gemütlicher wird, teile ich nicht.