Menschen

Fügungskräfteseminar

Fortuna kann unerbittlich sein, doch manchmal lässt sie sich nicht lange bitten: Sieben Haniel-Mitarbeiter zeigen ihre Glücksbringer und erzählen, wie sie von ihnen erfolgreich durch das Leben begleitet werden.

„Mit dem Amulett kann mir nichts passieren“

Amulett

 

„Bevor ich 1966 in der Türkei als gesundes Kind zur Welt kam, hatte meine Mutter bereits fünf Fehlgeburten erlitten. Über meine Geburt war sie so glücklich, dass sie mir den Namen Ugur gab, der auf Türkisch ‚Glück‘ bedeutet. Außerdem schenkte sie mir zu meinem Schutz das ‚Nazar Boncuk‘-Amulett.

‚Nazar‘ kommt ursprünglich aus dem Arabischen und bedeutet ‚Blick‘. Das blaue Auge in Form dieses Amuletts soll seinen Träger vor dem bösen Blick und allem anderen Unglück schützen.

Ugur Bozkurt

Ugur Bozkurt, 46 Jahre, arbeitet im Bereich Hotel & Gastronomie bei Haniel in Duisburg.

Als Kind musste ich diesen Anhänger an einer Sicherheitsnadel befestigt an meiner rechten Schulter tragen. Dem Aberglauben nach sitzt auf der rechten Schulter eines jeden Menschen ein frommer Engel, der uns zu guten Taten anstiftet und danach strebt, dass uns nur Erfreuliches widerfährt. Und tatsächlich hat mich das Amulett als Kind vor größerem Übel beschützt. Ich selbst habe wohl auch meiner Mutter Glück beschert, denn einige Jahre nach mir hat sie meinen kerngesunden kleinen Bruder namens Ufuk bekommen.“


 

„Merkur beschützt mich“

Merkur

 

„Merkur entdeckte ich vor einigen Jahren auf dem sogenannten ‚Salamander-Areal‘ in Kornwestheim. Über dem Eingang der Firmenzentrale von Salamander-Schuhe kann man Merkurs Haupt mitsamt dem charakteristischen Flügelhelm in Stein gemeißelt bewundern.

Bei Recherchen im Konzernarchiv stieß ich darauf, dass auch die Celesio AG, bei der ich arbeite, eine enge Verbindung zu dieser Götterfigur hat. Merkur repräsentiert als eine von zwei Gottheiten die Grundvorstellung des Firmengründers Franz Ludwig Gehe (1810–1882), Handel zu treiben und dabei ein ehrbarer Kaufmann zu sein. Merkur schmückte zusammen mit Hygieia, der Göttin der Gesundheit, das Wappen und die Produktverpackungen des Unternehmens. Auch anderen Kaufmannsfamilien wie den Fuggern diente Merkur schon als Schutzheiliger.

Ruth Kappel

Ruth Kappel arbeitet seit 20 Jahren für die Celesio AG in Stuttgart in verschiedenen Abteilungen. Heute verantwortet sie den Bereich Corporate Responsibility.

Mein persönliches Interesse ging so weit, dass ich überall Spuren von Merkur entdecken konnte, zum Beispiel im Landesmuseum Württemberg. Dort steht eine imposante Statue des antiken Gottes. Ich fand sie damals so ansprechend, dass ich mir eine Replik im dortigen Museumsshop kaufte. Zum Glücksbringer wurde mein kleiner Merkur dann aber eher zufällig. Unmittelbar nach meiner Rückkehr vom Museum musste ich völlig unerwartet ins Krankenhaus, überstand dies aber unbeschadet. Seitdem beschützt mich Merkur. Wenn ich etwas Wichtiges vorhabe, gibt es ein kleines Ritual. Ich nehme mir ein wenig Zeit und gehe zu meinem Schreibtisch, wo die Figur seither steht. Dort halte ich inne und konzentriere mich auf das, was mir bevorsteht. Bis jetzt hat sie mir immer Glück gebracht!“


 

„Ein Geschenk meines Vaters“

kuli

 

„Mein Vater Richard war für mich immer ein Vorbild. Er hat an der University of Wisconsin in Madison Agrarwirtschaft studiert und war danach lange Jahre in diversen Firmen für landwirtschaftliche Geräte im Bereich Sales und Marketing tätig. Er war so erfolgreich, dass er 1983 beschloss, die Firma zu kaufen, bei der er arbeitete.

Ich habe ihn immer für seine harte Arbeit bewundert und dafür, wie sehr er sich für seine Angestellten engagiert hat – sowohl zu Anfang seiner Karriere als auch später als Firmeneigentümer. Vor etwa 20 Jahren schenkte mir mein Vater seinen Kugelschreiber aus echtem Gold.

Eric Grunewald

Eric Grunewald ist 45 Jahre alt und arbeitet seit einem Jahr als Geschäftsführer für OfficeFurniture.com in Milwaukee, Wisconsin, USA.

Mein Vater erhielt ihn einst als Belohnung für seine Arbeit als Gesprächsführer bei einer Sitzung der Agrarindustrie. Er hat ihn in unzähligen Vertragsverhandlungen seiner Firma bei sich getragen. Ich denke zwar nicht, dass sein Erfolg von diesem Stift abhing – dies war wohl hauptsächlich der Bildung, dem Fleiß und der Risikobereitschaft meines Vaters geschuldet. Trotzdem trage ich den Kugelschreiber immer bei mir, wenn ich wichtige Meetings oder Präsentationen habe, und er bringt mir schon lange Glück. Ich habe in meinen 24 Jahren Berufserfahrung mehrere leitende Positionen bei großen Firmen bekleidet, zum Beispiel bei Foot Locker oder bei Northern Tool & Equipment, in denen mich der Kugelschreiber stets zuverlässig begleitet hat. Tatsächlich trug ich ihn auch bei mir, als ich mich für meine jetzige Position bei OfficeFurniture.com vorstellte. Und mein Glücksbringer hat einen guten Job gemacht, wie man sieht! Eigentlich bin ich nicht abergläubisch, aber der Stift hat mir immer Glück und Zuversicht gebracht, wenn ich es am dringendsten gebraucht habe!“


 

„Ein Maya-Priester segnete mich“

Bildschirmfoto 2013-09-11 um 11.16.30

 

„Im April 2012 fuhr ich mit meiner Freundin zu einem einwöchigen Wanderurlaub nach Chichén Itzá, das zu den bedeutendsten Ruinenstätten auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán zählt. Die Maya-Kultur interessiert mich schon lange – wichtige Errungenschaften in der Schrift, dem Kalender und der Astrologie sind auf sie zurückzuführen. Deshalb habe ich in der Vergangenheit bereits mehrere Ruinenstädte Mexikos besucht, darunter Palenque, Tulum oder Tonina.

Als wir in Chichén Itzá durch die Straßen gingen, sahen wir eine lange Menschenschlange. Wir erfuhren, dass ein Maya-Priester heilige Rituale an Touristen vollzog. Ich wurde neugierig und reihte mich auch ein. Einige Zeit später stand ich einem seltsamen Mann gegenüber. Er trug schwarze Kleidung und hatte sein Gesicht weiß bemalt. Seine Ohren waren behängt mit vielen Ringen, er trug mehrere auffällige Ketten, und seine Haare waren lang und ungepflegt. Der angeblich direkte Nachfahre eines Maya-Priesters bedeutete mir, mich auf einen Steinblock zu legen. Dann begann er die Zeremonie mit einem Singsang in einem Maya-Dialekt und segnete mich mit einer kleinen Statue aus Obsidian.

Ricardo Moreno

Ricardo Moreno, 29, arbeitet seit fünf Jahren für die C&H Productos Industriales in Mexico Stadt als Salesmanager.

Im Anschluss an die Zeremonie bot er mir die Statuette zum Kauf an. Die Figur war ein Abbild des Maya-Gottes für Medizin und Gesundheit, Ahau Chamahez. Wenn ich dieses Abbild immer bei mir trüge, so der Priester, würde es mir Gesundheit und ein langes Leben bescheren. Ich habe die Figur tatsächlich gekauft, weil ich dem Mann einen Gefallen tun wollte. Seitdem trage ich den kleinen Ahau Chamahez immer in meinem Portemonnaie bei mir und erfreue mich dank meines kleinen Glücksbringers bester Gesundheit.“


 

„Fast aus dem Museum geworfen“

Lucian Freud

 

„Vor mehr als zwölf Jahren bin ich während eines Malkurses mit Lucian Freuds Bildern in Kontakt gekommen. Unser Kursleiter zeigte uns in einem Bildband Gemälde von ihm, und von diesem Moment an habe ich mich in ihn verliebt. Jeder Pinselstrich ist so ausdrucksstark, die Farben sind dick aufgetragen – seine Bilder sind einfach kraftvoll und voller Energie! Man spürt förmlich die Leidenschaft, mit der er die Menschen porträtiert, was mir sehr imponiert. Seitdem schaue ich mir regelmäßig Ausstellungen mit seinen Werken an. Über das Internet recherchiere ich, wo sie stattfinden, und fahre dorthin. Auch meine Freundinnen habe ich schon mit dem Lucian-Freud-Fieber angesteckt. Einmal wurden wir sogar fast aus dem Museum geworfen.

Marie-Luise van Luitelaar

Marie-Louise van Luijtelaar ist 58 Jahre alt und arbeitet seit 25 Jahren unter anderem als Marketing- und Kommunikationsassistentin für die CWS Nederland BV.

Wir haben uns seine Bilder so genau angeschaut, dass wir quasi mit der Nasenspitze schon auf die Leinwand gestoßen sind. Auch meinen eigenen Malstil hat er beeinflusst: Ich versuche, meine Ölbilder in seinem Stil zu malen. Ein paarmal ist es mir ganz gut gelungen, doch ich werde wohl niemals so gut sein wie mein Idol.“

 

 


 

„Es ist ganz einfach“

Notiz Zettel Happiness

 

„Ich glaube nicht an Glücksbringer. Jeder ist in seinem Leben für sich selbst verantwortlich. Man kann sich einfach für das Glück entscheiden. Und das sagt für mich dieser Spruch ganz gut aus.

Aubrey Hinds

Aubrey Hinds, 38 Jahre alt, arbeitet als Management-Trainee im Kunden service bei Nationalbusiness Furniture in Richmond Hill, Kanad.

Das ist mein Mantra, mit dem ich mein Leben lebe. Auf der anderen Seite ist es dann ja auch eine Art Glücksbringer.“

 

 

 

 


 

„Ein Schlüsselerlebnis“

Alu Knäul

 

„Vor einigen Jahren verlor ich beim Schlittenfahren im Sauerland meinen Schlüsselbund mitsamt dem Zentralschlüssel meines damaligen Arbeitgebers. Obwohl ich absolut keine Hoffnung hatte, ihn wiederzufinden, wollte ich es wenigstens versuchen und fuhr ein Wochenende später mit meiner besten Freundin und zwei Kinderschippen an den Ort des Geschehens zurück.

Mittlerweile hatte eine Menge Neuschnee die Rodelpiste bedeckt. Ungefähr an der Stelle, wo ich das Missgeschick vermutete, schippten wir uns stundenlang durch das Schneefeld – unterbrochen nur von Lachattacken über diese Wahnsinnsidee. Plötzlich aber sah ich etwas durch den Schnee schimmern. Was ich fand, war jedoch leider nur eine kleine Silberkugel, zusammengeknüllt aus einer Schokoladenverpackung – doch was war das? Etwas unterhalb der Kugel lag noch etwas anderes. Ich schob den Schnee beiseite.

Iris Schleyken

Iris Schleyken ist 50 Jahre alt und arbeitet als Assistentin in der Haniel Stiftung in Duisburg-Ruhrort.

Und, was soll ich sagen – es war mein Schlüssel! Wir lachten und tanzten im Schnee vor lauter Freude. Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlüsselerlebnis! Seitdem ist die kleine Silberkugel – die ich natürlich sorgsam verwahre – mein Glücksbringer und eine Ermutigung, aussichtslos wirkende Unternehmungen trotzdem anzugehen. Never give up!“