Menschen

Heldinnen

Foto: AKG-Images, privat, Ralf Kardes, www.mowy.de, Haniel, HDG Bonn/Ullstein
Idole geben uns Mut, Kraft und Inspiration. Lena Waldhecker erzählt, zu welcher Frau sie besonders aufschaut. Und was Männer von ihr lernen können. Fünf Liebeserklärungen.

Meine Heldin ist …

die Romanfigur „Medea“ von Christa Wolf.

Heldin

 

Ich bewundere an ihr … die Stärke, mit der sie in einer von Männern dominierten Gesellschaft für sich und ihre Liebsten eintritt, und den Stolz, der sie in allen Lebenslagen den Kopf erhoben tragen lässt. Unabhängig davon, für welche Taten sie als Sündenbock herhalten muss, bleibt sie sich selbst treu.

Männer können von ihr lernen … dass der Weg des geringsten Widerstands nicht unbedingt der beste ist und man versuchen sollte, über den Dingen zu stehen.

Waldhecker

Lena Waldhecker, Auszubildende zur Industriekauffrau bei CWS-boco, Hamburg

Wenn ich könnte, würde ich … diesen Roman zur Pflichtlektüre in allgemeinbildenden Schulen machen, weil junge Frauen von der weiblichen Stärke Medeas lernen können.

Die Welt braucht mehr Frauen wie sie … weil man ebendiese Willenskraft benötigt, um etwas zu verändern – im eigenen Leben, in der Gesellschaft und in der Welt.

 


Meine Heldin ist …

unsere Kundendienstleiterin Susanne Schneiker.

Andrea Schluessler

Andrea Schüßler, Mitarbeiterin im Verkauf bei Topdeq, Pfungstadt

 

Ich bewundere an ihr … dass sie stets ruhig und gelassen bleibt, immer sachlich antwortet, nie gestresst Fragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abschmettert, stets den Überblick behält.

Männer können von ihr lernen … dass es auch in stressigen Zeiten möglich ist, Abläufe koordiniert zu organisieren.

Wenn ich könnte, würde ich … Frau Schneiker öfter entlasten.

Die Welt braucht mehr Frauen wie sie … weil durch ihre stets freundliche Art die Mitarbeiter motiviert bleiben und dadurch nie der Spaß an der Arbeit verloren geht.

 


Meine Heldin ist …

Elisabeth Selbert

 

Elisabeth Selbert, eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“.

Ich bewundere an ihr … dass sie nicht aufgegeben hat und sich trotz zahlreicher gescheiterter Abstimmungen und viel Gegenwehr immer wieder dafür eingesetzt hat, die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz zu verankern. Durch ihr vehementes und kontinuierliches Diskutieren, Argumentieren, Erklären und Kämpfen steht heute in Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“

Männer können von ihr lernen … dass die Gleichberechtigung, die eigentlich selbstverständlich sein sollte, erst im Gesetz verankert werden musste, bevor sich auch in der Gesellschaft etwas veränderte. Erst durch Artikel 3, Absatz 2 konnte und vor allem musste sich das Ehe- und Familienrecht ändern, das von 1896 (!) stammte und in dem festgeschrieben war, dass „dem Manne die Entscheidung in allen das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten“ zustehe und dass die Frau „zu Arbeiten im Hauswesen und im Geschäft des Mannes verpflichtet“ sei.

Wenn ich könnte, wäre ich … mit ihr gemeinsam in die Diskussionen im Parlamentarischen Rat gegangen und hätte sie unterstützt. Von den drei anderen Frauen im Rat kam leider nur sehr wenig Hilfe.

Anna-Lena Schneider

Anna-Lena Schneider, Referentin in der Haniel Stiftung, Duisburg

Die Welt braucht mehr Frauen wie sie … weil sie es letztlich mit mutiger, guter und sachlicher Argumentation geschafft hat, Weltbilder aufzubrechen und bestehende Strukturen zu verändern. Weil es ihr um die Sache ging und nicht um ihre persönliche Karriere. Weil sie es geschafft hat, in einer entscheidenden Situation Frauen hinter sich zu versammeln und die Stimme zu erheben. Weil sie die Chance, die sie hatte, genutzt hat, weil sie sich nicht beirren ließ, weil sie nicht eingeknickt ist und sich nicht von der Mehrheitsmeinung des Rates hat beeinflussen lassen.

 

 


Meine Heldinnen sind …

TSV Bayer 04 Leverkusen

 

die „Handball-Elfen“ des TSV Bayer 04 Leverkusen.

Ich bewundere an ihnen … dass sie jeden Tag bis über ihre Schmerzgrenzen hinausgehen und der Welt zeigen, was sie können. Trotz der Doppelbelastung Leistungssport und Beruf / Ausbildung / Studium; trotz der starken Einschränkungen in ihrem Privatleben; trotz der seit Jahren schwierigen finanziellen Situation; trotz der nur eingeschränkten Beachtung in den Medien.

Männer können von ihnen lernen … dass man mit Leidenschaft und echtem Teamgeist oft mehr erreichen kann als mit Geld. Und so seit mehr als zehn Jahren unter den Topteams in Europa bestehen kann.

Wenn ich könnte, würde ich … ihnen ein langfristig sicheres finanzielles Polster verschaffen. Und mehr Raum in den Medien – speziell im so fußballlastigen Fernsehen.

Dietmar Borchert

Dietmar Bochert, Leiter der Haniel-Kommunikationsabteilung, Duisburg

Die Welt braucht mehr Frauen wie sie … weil sie nicht danach gehen, wo sie das meiste Geld bekommen, sondern danach, wo sie ein Team finden, mit dem sie gemeinsam etwas erreichen können.

 

 

 

 


Meine Heldin ist …

Mutter Emmi

 

meine Mutter Emmi.

Ich bewundere an ihr … dass sie sich im Zweiten Weltkrieg nicht hat täuschen lassen, sondern immer geradlinig ihre Meinung vertreten hat, obwohl das nicht ungefährlich war.

Männer können von ihr lernen … mutiger zu sein und zu erkennen, was das Richtige ist, und es dann auch zu tun – anstatt sich wie ein Fähnchen im Wind zu drehen, weil man nur das eigene Wohl im Sinn hat oder die eigene Karriere.

Wenn ich könnte, würde ich … die Zeit zurückdrehen, damit ich sie noch mal umarmen kann.

 

Martina Busch

Martina Busch, Mitarbeiterin in der Haniel-Telefonzentrale, Duisburg

Die Welt braucht mehr Frauen wie sie … weil sie eine liebevolle Mutter war und das Wohlergehen der Familie bei ihr an erster Stelle stand.