Menschen

Werteposition – Der Vorteil von Netzwerken

Foto: Tillmann Franzen
Stephan Gemkow im Gespräch mit Franz Markus Haniel.

Was zeichnet Ihre Zusammenarbeit aus?

[STEPHAN GEMKOW]  Ein hohes Maß an Unkompliziertheit. Wenn es nötig ist, auf Zuruf, per SMS oder mit kurzen Anrufen – egal, ob bei Tag oder Nacht. Das wird aber nicht überstrapaziert, sondern ist stets sehr zielorientiert. Es gibt da einen Gleichklang in der Einschätzung von Themen. Man muss nicht lange Geschichten erzählen, sondern kommt immer zum Punkt.

[FRANZ MARKUS HANIEL] Vertrauen, Offenheit – das ist die Basis. Und immer im Bewusstsein, dass Themen offen angesprochen und nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Wie wichtig sind Netzwerke für Sie?

[GEMKOW] Ich bin niemand, den man üblicherweise einen „Netzwerker“ nennt. Ich bin zwar gut vernetzt, aber für mich dient dies nicht primär der Durchsetzung von Interessen – deswegen ist netzwerken ja oft negativ konnotiert. Bei mir dient es der Sensorik: mitzubekommen, was läuft. Netzwerke helfen auch, Kräfte zu bündeln und den eigenen Standpunkt zu justieren. Das schafft Stabilität.

[HANIEL] Sehr wichtig. Ich glaube, in der heutigen Welt funktioniert vieles über solche Netzwerke. Sie dienen dazu, Themen zu bewegen, sich auszutauschen, voneinander zu lernen. Auch unsere Familie ist letztlich ein solches Netzwerk, in dem Themen bewegt werden. Deshalb pflegen wir dieses Netzwerk sehr sorgfältig, weil hier Bindungen entstehen.

Wann sind Sie nicht kooperationsbereit?

[GEMKOW] Ich kann Illoyalität und Unehrlichkeit auf den Tod nicht leiden. Da kann ich auch nicht über meinen Schatten springen.

[HANIEL] Wenn es um Charakterschwäche geht. Und wenn gegen mein Werteverständnis verstoßen wird.

Bitte beenden Sie diesen Satz: Ein Kompromiss …

[GEMKOW] … ist manchmal einfach notwendig, aber niemals das Optimum.

[HANIEL] … kann einen Beitrag dazu leisten, in einer verfahrenen Situation zu einer Lösung zu kommen.